Zum Tod von Klaus Niemuth

Klaus Niemuth (links) im Kreise seiner FCE-Freunde Dieter Rutz, Rolf Teske und Gerhard Deist

Ehemaliger SBFV-Auswahltrainer mit 82 Jahren verstorben

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist bereits Ende Januar der ehemalige Verbandstrainer des Südbadischen Fußballverbands, Klaus Niemuth, im Alter von 82 Jahren in Emmendingen verstorben.

Klaus Niemuth war schon zu seiner aktiven Zeit ein ambitionierter Fußballer. Für Arminia Hannover und den Tus Bremerhaven 93 spielte er in der Oberliga, neben bekannten Fußballern wie dem späteren Kapitän des FC Bayern München, Werner Olk, oder Uwe Klimaschefski, der hauptsächlich in den 1970er und 80er Jahren mehrere Vereine in der Fußball-Bundesliga trainierte. Für Bayer 04 Leverkusen absolvierte er zwischen 1963 und 1965 knapp 60 Spiele in der Regionalliga West, damals die zweithöchste Spielklasse im deutschen Fußball. Auch dort traf er in Werner Biskup auf einen Mannschaftskameraden, der es später als Profitrainer zu etwas bringen sollte.

Klaus Niemuth’s Weg war daher wohl vorgezeichnet. Er wurde ebenfalls ein überaus erfolgreicher Trainer. 24 Jahre als Verbandssportlehrer beim Südbadischen Fußballverband sprechen für sich. Während dieser Zeit war er auch immer wieder für den DFB tätig, so zum Beispiel als Assistent des ebenfalls kürzlich verstorbenen Dietrich Weise bei der U 20-WM in Australien im Jahr 1981, die das deutsche Team um Rüdiger Vollborn, Michael Zorc und Roland Wohlfarth gewann.

Obwohl schon viele Jahre in Emmendingen wohnend, wurde er erst nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit Mitglied beim FCE. Er wollte sich bei der Besetzung der südbadischen Auswahlteams nicht dem Vorwurf der Parteilichkeit aussetzen, was für seinen wundervollen Charakter spricht.

Ab 2001 war er dann regelmäßiger Gast bei den freitäglichen Trainingseinheiten der Alten Herren und bereicherte diese nicht nur sportlich, sondern auch mit zahlreichen Anekdoten aus seiner beruflichen Tätigkeit.  So schilderte er mit blumigen Worten die Euphorie, die er bei seinem Amtsantritt beim SSV Ulm im Jahr 1974 wahrzunehmen schien, da er in der ganzen Stadt unzählige „SSV“-Schilder sehen konnte. Dass diese in Wahrheit auf den nahenden Sommerschlussverkauf hindeuteten, nahm er erst später wahr… . Oder auch, wie er als Mitglied des Scouting-Teams bei der Europameisterschaft 1988 darüber berichtete, dass die spanische Nationalelf zum Mittagessen Rotwein serviert bekommt, was seinen damaligen Chef Dettmar Cramer nahezu zum Verzweifeln brachte.

Der FC Emmendingen verliert mit Klaus Niemuth einen guten Freund. Wir trauern um einen überaus sympathischen, humorvollen Menschen, den wir stets in guter Erinnerung behalten werden. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern.

Renzo Düringer